13. Juli: Einkaufen

Noch zwei Tage bis zum Flug: Im Allgemeinen ist es ja ziemlich banal, über das Einkaufen (neudeutsch: das Shoppen) zu schreiben. Danke, ich sehe keinen Widerspruch. Ich hatte mir fest vorgenommen, so wenig wie möglich vor der Reise nach Ibiza zu shoppen. Denn die Möglichkeiten, sich auf der Insel kleidungstechnisch nach vorn bringen zu lassen, sich also von oben bis unten nach der neuesten Mode einzukleiden, sind wirklich gegeben. So in der Altstadt, der Dalt Vila von Eivissa (das ist der Name der Inselhauptstadt auf Catalan), in der man sich in den engen, im Sommer meist gut besuchten Gassen von Boutique zu Boutique treiben lassen kann. Oft haben hier Auswanderer*innen aus Italien, Frankreich oder vom Festland Spaniens ihre ganz eigenen Lebens- und Modestile gefunden, die sie mit ihren, noch öfter handgefertigten, gern weißen Kreationen an das mehr oder weniger interessierte Publikum bringen. In der Calle de la Virgen (der „Jungfrauen-Gasse“) reiht sich zudem manch Nobel-Bademoden-Shop an noch freizügigere Läden, deren Zutritt dann aber sittsam kontrolliert wird. …

Der Markt am Hafen von Ibiza-Stadt erwacht nachts. Wie wird es wohl in diesem Jahr sein? (Foto aus 2019)

Ibiza by night; in der Altstadt mit ihren Restaurants und Kneipen ist das ein buntes Bild modischer Vielfalt, der zuweilen höchst eitlen Selbstdarstellung von Wohlstand und Individualität. Für die Dame (jetzt klingt es nach Modenschau der 60er): das weiße Sommer-Kleid aus Leinen, abgesetzt mit grober oder feinerer Spitze, dazu der passende Hut – ready. Für den Herrn: das weiße, etwas grobe Leinenhemd, zum Abend bitte mit langer Hose (Jeans ist was für zuhause), dazu flache Treter, mit denen man auch segeln gehen könnte. Applaus. In den Hauptstraßen der Mini-Metropole mit ihren Warenhäusern wie La Sirena, Zara, Benetton oder Bulls&Bear findet sich dann noch der übliche Schick, der weniger wert ist und weniger kostet. Ich bin sehr gespannt, ob und wie Corona dieses Bild verändert (hat).

Mein Freund fragt mich, ob ich nicht noch Sachen für die Reise brauche. Klamotten brauche man ja immer. Da der Sommer in Deutschland bislang keiner gewesen sei, würden die Preise purzeln. Wer könne da denn schon „Nein“ sagen. Wir entern also den größten Shopping-Tempel Schwerins und ich merke, dass mich – trotz Maske, die ich nicht nur in den Läden, sondern auch in den Gängen des Centers trage – das Fieber packt. Das Shopping-Fieber… Überall Sonderangebote und dann noch die abgesenkte Mehrwertsteuer. Ich kann es kurz machen: Nach zwei Stunden und zehn Läden habe ich alles beisammen für die Reise. Meinen Vorsatz hat die Realität mal eben pulverisiert. Ich nehme meine Maske dann auch auf dem weiteren Weg durch die Stadt nicht ab. Ich muss ja üben – für Ibiza.

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